Panzertalsperre

Sie ist eine der kleinsten Talsperren der Region und die zweitälteste. Das zunächst einmal zu ihrer Einordnung in die Vielzahl der Talsperren, die es in der Region gibt. Um sie noch weiter zu beschreiben, kann man außerdem sagen, dass sie heute vielleicht die verträumteste der vergleichbaren Anlagen ist. Und das mag damit zusammenhängen, dass sie nicht einmal mehr begehbar ist.

Noch ein paar Zahlen, damit man sich dieses Bauwerk besser vorstellen kann: Die Mauern sind 14 bis 16 Meter hoch, bis zu 10 Meter hoch kann der Wasserspiegel stehen. Insgesamt hat das Becken ein Fassungsvermögen von 277 600 Kubikmetern. Zum Vergleich: Ihre ältere Schwester, die Eschbachtalsperre hat schon ein Fassungsvermögen von 1 Million Kubikmetern, die Dhünntalsperre sogar 81 Millionen!!! Dagegen ist die Panzertalsperre eher ein "Stauteich".

Genannt wird sie auch die Lenneper Talsperre, weil sie in unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Stadtteil liegt. Das war übrigens auch der Wohnort des Architekten Albert Schmidt, der die Entwürfe zur Talsperre anfertigte.

1893 fertiggestellt und 1905 durch Aufstockung und Abstützung durch Streben erweitert, diente die Talsperre zur Bereitstellung von Trinkwasser, zumal die damalige Brunnenanlage im Panzertal zur Versorgung nicht reichte. Die Entscheidungen zum Bau der Talsperre waren daher recht schnell herbeigeführt. Die Mauer wurde förmlich aus dem Boden gestampft, ohne dass die Qualität darunter litt. Im Gegenteil: Viele auswärtige Experten interessierten sich für die Aufbereitung des Materials für den Bau, insbesondere die Reinigung der Steine aus einem nahe gelegenen Steinbruch. Nur eins war durch die Mühlen der Bürokratie nicht rechtzeitig fertiggeworden: die Genehmigung des Staubetriebs. Vielleicht auch aus dem Grund fiel ein feierliche Einweihung aus. Die Genehmigung kam dann später...

Einen wasserwirtschaftlichen Nutzen hat die Panzertalsperre nicht mehr. Das Wasserwerk ist seit 1990 stillgelegt.

Die Sperrmauer ist nun leider in die Jahre gekommen. Die Wasserseite ist durchlässig und muss abgedichtet werden. Die Sanierung der Mauer (Gesamtvolumen von 7.5 Millionen Mark) wird derzeit heftig diskutiert, zumal die Wasseroberfläche der Talsperre unter Denkmalschutz steht. Teilweise musste wegen der Sanierungsbedürftigkeit Wasser abgelassen werden. Die Hauptzuläufe stehen unter Naturschutz. Für Landschaft und Tiere wäre es nicht schön, wenn der Stausee sogar komplett abgelassen werden müsste. Gerade für seltene Vogelarten sind die Uferzonen eine Rückzugszone.

 

Jörg Himmelreich, Wuppertal