Initiativkreis Stadtteil Kremenholl

Dieser kleine Stadtteil im Westen Remscheids, eingerahmt von Bächen, wurde bereits 1369 urkundlich erwähnt. Damals schloss der Graf Wilhelm II. von Berg einen Erbschaftsvertrag mit seinen Untertanen in Remscheid. Entlang der Bäche entstanden im Laufe der Zeit viele Kotten, die die Wasserkraft nutzten.

4200 Einwohner zählt Kremenholl heute. Jenseits der lauten und belebten B 229 wirkt dieser Stadtteil mit seinen vielen alten Fachwerk- und Schieferhäusern ein wenig verschlafen. Ganz anders seine Einwohner: Sie gründeten den Initiativkreis Kremenholl (1997), um den Stadtteil kulturell zu beatmen. Lehrer und Schulleiter, Schulvereine, Pfarrer, Mitarbeiter der Kirchengemeinde, engagierte Bürger, Politiker, Vertreter der Verwaltung und der Türkische Senioren Solidaritätsverein wurden ab 1995 aktiv.

Jedes Jahr finden seitdem von der Initiative organisierte Veranstaltungen wie Feste, Theateraufführungen und Konzerte im Stadtteil statt. Kremenholl blüht dann auf, Menschen treffen Nachbarn, Gäste aus anderen Stadteilen kommen. Die Aktivitäten und Ziele der Initiative gehen jedoch noch weiter: Sie will nicht nur die Freizeit- und Kulturinfrastruktur verbessern, bürgerschaftliches Engagement fördern, zur Integration von ausländischen Mitbürgern beitragen, sondern auch eine Plattform für Ideen und Gespräche im Stadtteil bieten.

Ganz konkret: Die Initiative hat sich dafür stark gemacht, in einem leerstehenden Ladenlokal ein Jugendzentrum einzurichten. Die ersten Fortschritte dazu sind bereits erzielt. Sie ist bemüht um die Kontaktvertiefung zu dem islamischen Kulturzentrum oder zu Neubürgern oder um die Ansiedlung eines Arztes oder einer Apotheke und vieles mehr.

Dafür ist die Initiative vom Land Nordrhein-Westfalen mit dem Robert-Jungk-Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet worden.

Ebenfalls angeregt hat die Initiative die Restaurierung des alten Jakobsstollens, der vermutlich im 16. Jahrhundert entstanden ist und eine Länge von 450 Metern hat (Verlauf: von Tiroler Straße bis zur Clarenbach Kirche). Er diente der Entwässerung des darüber liegenden ehemaligen Eichendörfer Bergwerks - ein besonderes Boden- und Industriedenkmal des Stadtteils Kremenholl.

 

Harald Neumann, Charlotte Lange, Remscheid

Die Bogenstraße in Kremenholl