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Hardt-Pavillon in Remscheid-Lennep
Beim "Tag des offenen Denkmals", am 08.09.2002 konnte der renovierte Hardt-Pavillon (Leverkuser Straße 4a) der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nachdem über viele Jahre der Erhalt des Baudenkmals unsicher war, ist es nun einer Bürgerinitiative zu verdanken, dass das Gartenhaus instandgesetzt werden konnte.
Die Gartenkunst mit ihren historischen Ausstattungselementen, zu denen insbesondere bauliche Anlagen, die Bepflanzung, das Wegesystem und die Sichtbeziehungen gehören, hat im Laufe der Geschichte große Verluste hinnehmen müssen. Insbesondere durch die Grundstücksparzellierungen und die bauliche Verdichtung, ist die ursprüngliche Gestalt verloren gegangen.
Park- und Gartenanlagen sind allerdings wertvolle Zeugnisse der Kultur, aber auch "Schöpfungen der Muse" - denn erst wenn eine Gesellschaft Zeit und Kraft besitzt, werden die notwendigen Reserven zur Gestaltung freigesetzt. Die Lage der Grünflächen sowie ihre architektonische und pflanzliche Gestaltung zeugen von der Funktion der Anlage als Lebensraum und der Selbstdarstellung früherer Gesellschaften und der von ihnen getragenen Kultur.
Das ehemals in einer großzügigen Parkanlage der Familie Hermann Hardt (24.05.1866 - 10.12.1938) positionierte Gartenhaus war Teil einer großzügigen gartenbaulichen Ausstattung, die aus weiteren Pavillons, einer Reithalle und diversen Nebengebäuden bestand. Es entstand 1910 nach Plänen des Lenneper Architektur- und Baubüros Wender & Dürholt.
Hermann Hardt war als Kaufmann und Tuchfabrikant sehr erfolgreich für die Firma Johann Wülfing & Sohn tätig. Er war Stadtverordneter und Vorsitzender des Gemeinnützigen Bauvereins und förderte soziale und kulturelle Projekte in seiner Heimatstadt. 1929 wurde er zum Ehrenbürger von Lennep ernannt.
1897 errichtete Hermann Hardt sein stattliches Wohngebäude im Stil der deutschen Renaissance an der Rotdornallee 19, auf dem Gelände der heutigen Sonderschule (zwischen Ringelstraße und Rotdornallee).
Entgegen der ursprünglichen Planung wurde der Pavillon nicht mit einem 7-eckigen, sondern einem 6-eckigen Grundriss realisiert. Das geschweifte, verschieferte Dach nimmt diese Grundform auf. Fünf der sechs Wandflächen sind mit Türen bzw. Fenstern ausgestattet - das Sonnenlicht kann so den Innenraum durchfluten. Geschwungene Sprossen unterteilen die Glasflächen. Die großen Fenster sind als Schiebefenster ausgeführt. Schlagläden schützen die Fenster vor der Witterung.
Der Hardt'sche Gartenpavillon steht in der Tradition der bergisch-barocken Bauform, die mit der Bewegung des Heimatstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Renaissance erlebte. Von den ehemals zahlreich vorhandenen vergleichbaren Anlagen sind heute nur noch wenige Beispiele existent.
Angela Koch, Remscheid


