Ehemaliger Lokschuppen, Erkrath-Hochdahl

Wo nach 1870 die Extralokomotiven für das außergewöhnliche Seilzugsystem des steilen Streckenabschnittes der Eisenbahnlinie von Elberfeld nach Düsseldorf gewartet wurden, präsentiert seit 1991 der Verein Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl eine Ausstellung zur besonderen Geschichte dieser technischen Einrichtung.

Das Bauwerk wurde liebevoll renoviert, zugemauerte Tore wurden wieder aufgebrochen und die gläsernen Torflügel nachgebildet. Heute bietet die Halle mit ihrem besonderen nostalgischen Ambiente zudem Raum für Konzerte, Tagungen oder Kleinkunstveranstaltungen. Wer heute mit der S-Bahnlinie 8 von Wuppertal nach Düsseldorf fährt, nimmt fast nicht wahr, dass der Zug nach der Station Erkrath-Hochdahl fast 82 Höhenmeter mit einer Steigung von 3,3% überwindet.

Noch heute ist sie eine der steilsten Eisenbahnstrecken Europas. 1841 wurde diese erste westdeutsche Eisenbahnstrecke zwischen Rheinland und dem Bergischen Land eröffnet. Der direkten Verbindung wegen nahm man das starke Gefälle der Trasse in Kauf. Was die Lokomotiven heute mühelos überwinden war zur Zeit der Fertigstellung der Strecke ein Problem, das einer technischen Hilfslösung bedurfte. Denn die Dampflokomotiven schafften es gerade so eben sich selbst eine solche Steigung emporzuarbeiten, nicht jedoch den angehängten Zug.

Bis zum Jahr 1926 nutzte man daher eine gegenläufig bergab fahrende Lokomotive oder Zug, die mit einem Seilzug über ein sogenanntes Dreirollensystem den Zug die Steigung hinaufzog. Nach 1926 verzichtete man dann auf diese Schlepptechnik und schob die Züge stattdessen mit einer Lok von hinten an, um die Steigung zu überwinden.

Nach 1963 wurde die Strecke dann elektrifiziert und die Lokomotiven waren danach stark genug um die Strecke ohne Hilfe zu bewerkstelligen.

Eine Umlenkrolle ist heute nahe dem Bahnsteig der Haltestelle Erkrath-Hochdahl aufgestellt.

Heinz Beier