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Alte Eisenstraße
Südöstlich von Lennep liegt kaum noch erkennbar ein Weg, der für die ganz frühe Werkzeugindustrie im Remscheider Raum von extremer Bedeutung war: die alte Eisenstraße als Transportstrecke für das in Schmieden und Hämmern zu verarbeitende Roheisen.
Wer vom Goldenbergshammer bergauf Richtung Forsten geht, kann Teile dieser Trasse noch erkennen. Heute ist es eine langgestreckte Geländevertiefung, von hohem Baumwuchs begleitet. Hier ein Hohlweg, führte sie an anderer Stelle auf kürzestem Weg durch Bach- und Flusstäler. Die "Straße" war eigentlich nur durch die dauernde Benutzung entstanden, die Räder der Karren gruben sich förmlich in den Boden. Hier rollten unermüdlich die Pferde-Fuhrwerke steil bergauf, um das Eisen aus Sauer- und Siegerland zur Weiterverarbeitung nach Remscheid und Solingen zu bringen. Dieser "Import" war nötig geworden, weil sich die geringen Erzvorkommen vor Ort recht schnell erschöpft hatten, Eisen konnte hier nicht mehr produziert werden.
Zur Herstellung von Sensen, Schwertern, und anderen Schneidewerkzeugen war man auf Zulieferungen angewiesen. Nur so konnte in den Kotten der Region gearbeitet werden. Mit "Yser-Stras" verzeichnete Erich Philipp Ploennies schon 1715 diesen Weg auf seiner Karte des Amtes Bornefeld. In der späteren Zeit entstanden viele neue kleine Betriebe am Straßenrand, die sich zu angesehenen Handelsbetrieben entwickelten.
Als Preußen ab 1780 neue befestigte Straßen baute, verließen die Fuhrleute die alte Eisenstraße, die allmählich von der Natur zurückerobert wurde. Heute ist die Eisenstraße ein Bodendenkmal und steht unter Denkmalschutz, da sie ein wichtiges Zeugnis für die wirtschaftliche Entwicklung der Region abgibt.
Franz Lebfromm, Remscheid


