Brückenpark MüngstenBrückenpark Müngsten
Brückenpark Müngsten

Brückenpark Müngsten

Natur trifft Technik, Idylle ergänzt um Ingenieurskunst - so lässt sich die Situation unter der Müngstener Brücke am besten beschreiben. Im Mittelpunkt der drei Städte liegt diese berühmte 107 Meter hohe Eisenbahnbrücke, die das Tal der Wupper überspannt. Landschaft und Tal sind hier ebenso beeindruckend wie die filigrane Stahlkonstruktion des Brückenbogens.

Mit dem Brückenpark ist dieser Ort zu einem touristischen Highlight mit ganz eigener Qualität geworden: ein stiller Park, in dem die Landschaft im Mittelpunkt des Erlebnisses steht. Bis zur Eröffnung der Brückenparks im Mai 2006 hatte sich Jahrzehnte lang niemand mehr mit Plan um die Wieder- oder Neubelebung des Areals gekümmert. Das Bild, das Besucher mitnahmen, entsprach eher einer Aneinanderreihung von Parkplatzflächen. Im Rahmen der Regionale 2006 haben die drei Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal die Chance genutzt, hier im Mittelpunkt des Städtedreiecks einen Kulturlandschaftspark zu entwickeln und damit ein attraktives Ausflugsziel zu schaffen.

Gebaut wurde der Brückenpark nach den Entwürfen des Atelier Loidl aus Berlin, das 2003 den landschaftsplanerischen und künstlerischen Realisierungswettbewerb gewonnen hat. Der Entwurf der Landschaftsarchitekten kommt einem wichtigen Bedürfnis von Ausflüglern nach - dem Bedürfnis nach Ruhe und einem besonderen Landschaftserlebnis. Zugleich wird große Rücksicht auf den Naturschutz in dem FFH-Naturschutzgebiet genommen. Hier hat zum Beispiel der geschützte Eisvogel sein Revier. Der Brückenpark wird von dem gesamten PKW-Verkehr (außer Anfahrt für Anwohner und zu den neu angelegten Behindertenparkplätzen) freigehalten. Ein Parkplatz vor den Toren des Parks hat die Qualität eines Empfangs- und Ankunftsortes. Auf einem ansprechend gestalteten Steg, der einen Bachlauf begleitet, wird die viel befahrene B 229 unterquert.

Am Eingang des zentralen Parks liegt das „Dorf“. Zwei alte Gebäude stehen dort: der ehemalige Schaltkotten, in dem Kunstschmiede arbeiten. Dazu gehört ein kleines Wehr mit einer aktiven Wasserkraftanlage. Von der Blütezeit des Tourismus unter der Müngstener Brücke zeugt ein größeres Fachwerkgebäude, das ehemals eine Ausflugsgaststätte war. Hier soll ein neues Besucherzentrum entstehen mit Gastronomie, Zugang zum Wasser sowie einem Ausstellungs- und Informationszentrum.

Dahinter beginnt der eigentliche Brückenpark. Eine gestaltete Ufer- und Auenzone ist hier entstanden. Dabei neigen sich einzelne Wiesenschollen als Strand auslaufend der Wupper zu, andere steigen Richtung Fluss wie Steilufer an und lassen die Besucher über der Wupper „thronen“. Rasenflächen laden zum Sonnenbaden, Spielen und Picknicken ein. Kleine Baumgruppen aus Erlen und Hainbuchen sind Orientierungspunkte und spenden Schatten. Bis zu 10 Meter lange Balkone ragen über die Wasseroberfläche der Wupper ähnlich wie ein Sprungbrett und geben Blicke auf Flussverlauf und Brücke frei. Eine spannende Attraktion für jung und alt ist das Müngstener Rätsel: An mehreren Stellen im Brückenpark hat die Künstlerin Ulrike Böhme 10 Rätselfragen auf Bodenplatten geschrieben, aufmerksame Besucher finden auch die Antworten dazu. Ein weiteres „Highlight“ ist die Schwebefähre, eine auf Seilen über das Wasser schwebende „Draisine“, die Wanderer ans andere Wupperufer bringt.

Der Brückenpark ist auch Start- und Zielpunkt der neu angelegten bzw. ausgebauten, beschilderten und künstlerisch gestalteten Erlebniswanderwege entlang der Wupper, des Morsbachs und des Eschbachs. Ebenfalls im Brückenpark beginnt bzw. endet der Spiel- und Bewegungspfad, der hinauf führt zur Eisenbahnstrecke und zum Bahnhof Schaberg.

Bereits im Eröffnungsjahr 2006 besuchten über 300.000 Menschen den Brückenpark Müngsten.

Der Park wurde nominiert für den „European Landscape Award“ 2006, im gleichen Jahr erhielt das Gemeinschaftsprojekt der drei Bergischen Städte eine Anerkennung in dem Wettebwerb „kommKoop – erfolgreiche Beispiele interkommunaler Kooperation“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Brückenpark Müngsten Rätsel

Träger:

Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal
Kosten: Projektvolumen: 6,675 Mio Euro, zu 80% gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen

Landschaftsarchitektur:

Lorenz Kehl, Atelier Loidl,Berlin 

Zeitplan:

Architekturwettbewerb: Frühjahr 2003
Baubeginn: Sommer 2005

Einweihung:

4. Juni 2006

Kooperationspartner:

Naturwissenschaftlicher Verein Wuppertal;
Biologische Station Mittlere Wupper;
Kooperationsgemeinschaft der Umwelteinrichtungen Remscheid,
Solingen und Wuppertal.

Externe Experten:

Susanne Weisser, Weisser, Landschaftsarchitekten,
Wuppertal;
öKoPLAN, Essen;
Ulrike Böhme, Künstlerin, Hohenstein

Ansprechpartner und Informationen:

Stadt Remscheid,
Dirk Buchwald,
Telefon 02191 / 16-38 79,
buchwald[@]str.

Infos:

www.regionale2006.de, hier ist auch eine Informationsbroschüre zum Download zu finden.

Adresse:

Müngstener Brückenweg, 42 659 Solingen,
Hinweis: Der Müngstener Brückenweg ist für PKW gesperrt (außer Anwohner und Behinderte), Einfahrt zum Parkplatz: Bundesstraße 229

Downloads:

Muengsten_Bruecke.pdf