St. Jakobstollen, im Lobachtal

Eines der wichtigsten Erzbergbaugebiete Remscheids lag in Reinshagen an den Hängen des unteren Lobachtals im Bereich der heutigen Tyroler Straße.

Ärchologischen Hinweisen zufolge existierte der Bergbau in diesem Gebiet seit dem 13. Jahrhundert mit den Hochphasen Mitte des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Eindeutige historische Belege gibt es aber erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Großteil des Brauneisenstein (Eisenerz) wurde im Tagebau, in sogenannten "Pingen" (Gruben), mit Hammer und Schlegel geschürft.

Im St.Jakobstollen wurde ab 1758 Brauneisenstein gewonnen. Schon in den ersten Jahren des Abbaus hatte man mit großen Mengen von Bergwasser zu kämpfen, weshalb die Förderung nach wenigen Jahren eingestellt wurde. Infolgedessen diente der Erbstollen St. Jakob in den folgenden Bergbauperioden als Entwässerungsstollen des darüber liegenden Eichenhöfer Bergwerks. Das Wasser wurde wie in einer Kanalisation in einer Rinne geführt und abgeleitet.

"Bei wem der Zugang zu einem Stollen auf dem Grundstück lag, der hatte Glück !" Er erhielt das sogenannte ‚Stollenneuntel’ der Erträge. Dieses Recht wurde wie das Grundstück auf die Nachkommen vererbt, selbst wenn ein neuer Stollenzugang untertage angelegt werden musste. Daher der Begriff Erbstollen. Oftmals wurden mehrere Bergwerke an Erbstollen angeschlossen

Vom Reinshagener Siepen, einige Meter oberhalb der linken Talachse, findet man heute das verfallene und versumpfte Mundloch des St. Jacobstollen, aus dem immer noch reichlich Wasser austritt. Der Verlauf des 400m langen Stollens wird in nördlicher Richtung bis zur Clarenbach Kirche durch eine Kette von Einbruchs- und Schürflöcher gekennzeichnet, durch die das Ausmaß des Stollens auch oberirdisch gut nachzuvollziehen ist.

Wahrscheinlich ist der Stollen nur 1,30 bis 1,70 Meter hoch und noch weitgehend begehbar. Bei diesem geringen Durchmesser und aufgrund der geologischen Verhältnisse brauchte man keine Abstützkonstruktionen, die im Lauf der Zeit morsch geworden wären und zum Einsturz geführt hätten. An der Halde des ehemaligen St. Jacobstollen, unweit des Mundlochs, lassen sich heute noch Spuren der Schwerstarbeit mit Hammer und Schlegel finden.

 

Manfred Kostryki, Remscheid

St. Jacobstollen und wie der Eingang aussehen könnte [ Fotomontage von Manfred Kostyiki ]